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Erika Bezdickova

Events

Auschwitz-Überlebende in der Klosterkirche Amstetten

Im Rahmen des  europäischen Projekts zur Erinnerung, Bewusstmachung und Förderung des Mitfühlens und Helfens unter dem Titel „verfolgt – verschwunden – gesucht" von der Vergangenheit des Nazi-Terrors bis zur Gegenwart schilderte die Zeitzeugin und KZ-Überlebende Erika Bezdičková, die in Žilina/ Slowakei 1931 geboren wurde und heute in Brünn lebt, in der Amstettner Klosterkirche vor den Schulklassen der FS Wirtschaft eindringlich ihren Leidensweg durch die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Rainer König-Hollerwöger moderierte die Vortragsveranstaltung. Dir. HR Dirnberger  hob in seinen Begrüßungsworten die Wichtigkeit von Zeitzeugenberichten in der heutigen Zeit hervor.

Die Zeitzeugin stand als 13-jähriges Mädchen dem Todesarzt Doktor Mengele auf der Selektionsrampe in Auschwitz Aug` in Aug` gegenüber. Er fragte sie nach dem Alter, danach wies er sie auf die eine Seite, ihre Mutter auf die andere, die den sicheren Tod bedeutete. Wie sie als Jüdin überlebte, sei ihr selbst ein Rätsel. Jedenfalls gelang ihr auf einem Todesmarsch schon gegen Ende des Krieges die Flucht durch den Wald, und sie entkam. Ihre Eltern wurden im KZ ermordet. Bis zur politischen Wende 1989 hat sie über diese Schreckenszeit geschwiegen. Dann brach sie das Schweigen. Es erschienen das Buch „Mein langes Schweigen" und ein Holocaust-Dokumentarfilm „Sieben Lichter" mit Berichten von 6 Frauen, die den Krieg überlebt haben. Sie ist eine von ihnen. Gedreht wurde auch in Auschwitz, wo sie zum ersten Mal eine Gaskammer betrat: „Tief in meinem Inneren spürte ich die Seelen derer, die aus dieser Kammer nicht mehr lebend herausgekommen waren."

Was die Zeitzeugin heute quält, ist die Unbelehrbarkeit mancher jungen Leute, die erneut zum Extremismus tendieren, die erneut in der Lage sind, Parolen gegen Minderheiten lautstark hinauszuschreien.

Robert Voglhuber

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